USA – Canyons, Farbspiele und die Weiten des Wilden Westens

Vier Staaten, 3600km, verschiedene Jahreszeiten und über 10 Canyons bzw. Nationalparks – 3 Wochen Roadtrip durch den Westen Amerika’s liegen hinter uns. Am meisten hat mich die Abwechslung fasziniert und die Kontraste. Vom Schneeregen in die Hitze, von schönster Natur ins schrille Las Vegas.

Jeder Canyon, jeder Nationalpark war anders und auf seine eigene Art und Weise ganz besonders: die unglaubliche Größe des Grand Canyons, die spektakuläre Form des Horseshoe Bends, die Farbspiele und geheimnisvollen Verwinkelungen der Slot Canyons. Oder die Weiten des Monument Valleys mitten im Wilden Westen, wo man sich fühlte als wäre man Teil eines Western Films und wo wir auf den Spuren der Ureinwohnern waren. Bryce Canyon, der durch seine einmalige Formen mir für immer in Erinnerung bleiben wird, da ich wohl nie so ganz verstehen werde, wie die Natur etwas so abgefahrenes entstehen lassen kann. Oder auch der Zion Nationalpark, der an einem Tag bei Sonnenschein wie eine Südsee-Oase aussah und am nächsten Tag bei grauem Wetter an Jurassic Park erinnerte.

Einer meiner absoluten Highlights war das Valley of Fire und ich kam bei all den bunten Farben und Formen nicht drum herum, die Natur mit einem Candy Wonderland zu vergleichen. Bei der Fire Wave hätte ich den ganzen Tag verträumt da sitzen können – glücklich beim Anblick dieses rosa-rot-crèmigen Naturwunders.

Dann noch Death Valley, der Nationalpark der Rekorde: der heißeste Ort der Welt, der trockenste in den USA und der niedrigste in Nordamerika. In dem Park selbst gab es so viel Spannendes zu sehen, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskam. Oder auch Red Rock Canyon, der uns nach dem Death Valley mit seinen grünen, idylischen Wanderwegen begeisterte und den wir auch auf Pferden erkundeten. Eigentlich war jeder Canyon oder Park so besonders, dass man es kaum in Worte fassen kann. Dazu noch die Weiten, durch die wir gefahren sind – einfach einmalig!

Und einen Glücksmoment gab es auch! Und zwar als im Lower Antelope Canyon waren und dort auf einmal total unterwartet und von keinem sonst wahrgenommen ein Lichtstrahl durch die verwinkelten Formen des Canyons direkt vor mir erstrahlte. In dem Lichtstrahl schimmerten die Staubpartikel des Sandes und es kam mir so vor, als wäre der Lichtstrahl wie ein kleines Geheimnis zwischen dem Canyon und mir. So schnell wie er kam, war er auch schon wieder weg. Ein kurzer, aber ganz besonderer Moment auf unserer Reise der Natursuperlativen.

Die Reise im Überblick samt Infos und Tipps (Stand April 2019):

  • Tag 1: Ankunft in Las Vegas, Abholung des Mietwagens bei Avis und Fahrt nach Boulder City. Hotel: Boulder Damm Hotel – ein kleines, charmantes und zentrales Hotel mit interaktivem, sehenswertem Museum. Restaurant: The Dillinger, wo es gute Burger gibt.
  • Tag 2: Weiterfahrt zum Boulder Damm – besonders schöner Ausblick von der Memoral Bridge aus. Danach ging es weiter Richtung Grand Canyon South Rim. Bei Kingmann auf die Route 66 abfahren. Hotel: Holiday Inn, Tusayan. Restaurant: Plaza Bonita, Tusayan.
  • Tag 3: Grand Canyon. Im Park gibt es eine super Infrastruktur mit Bussen, die einen zu den verschiedenen Aussichts- und Wanderausgangspunkten bringen. Wenn man genug Zeit hat wie wir, lohnt es sich definitiv, so viele Punkte wie möglich abzufahren, um verschiedene Perspektiven auf die Weiten des Canyons zu haben. Wir sind zudem fast den kompletten Rim Trail abgelaufen sowie zum “Oh-Ah” Point und ein Stück den Angels Trails. Insbesondere der “Oh-Ah” Point ist super geeignet, um ein gutes Stück in den Canyon reinzulaufen und einen super Ausblick zu haben. Am besten fährt man hier mit der orangenen Buslinie bis South Kababis Trail. Sonnenauf- und untergang fanden wir am besten auf dem Rim Trail in der Nähe von “Museum”. Es ist so viel ruhiger als auf den überfüllten Plateaus beim Visitor Center. Was man auch nicht verpassen sollte, sind die Punkte Richtung Desert View Watchtower abzufahren. Besonders gut haben uns die Stops “Grand View Point” und “Moran Point” gefallen. Einen Supermarkt gibt es auch und zwar bei Market Plaza. Überall im Park gibt es Wasserstationen, d.h. eigene Flasche mitbringen und den ganzen Tag versorgt sein.
  • Tag 3: Grand Canyon und Weiterfahrt Richtung Page. Wenn man vom Watchtower aus weiterfährt Richtung Page kommt man bei zwei weiteren Aussichtspunkten auf den Little Colorado vorbei. Beide lohnen sich auf jeden Fall! Hotel: Best Western, Page. Restaurant: Bonker, Page.
  • Tag 4: Horseshoe Bend und Slot Canyon. Als wir da waren, wurde der Parkplatz beim Horseshoe Bend gerade umgebaut. Der Parkplat ist seit Mitte April aber wieder geöffnet. Es lohnt sich auf jeden Fall, früh morgens dort zu sein. Wir waren gegen 7:15h da und mit uns vielleicht eine handvoll weitere Personen. Wir hatten also quasi den Horseshoe Bend für uns und es war einfach magisch. Es lohnt sich auch auf jeden Fall, rumzulaufen und auch die Umgebung zu erkundschaften sowie sich den Horseshoe Bend aus verschiedenen Blickwinkeln anzuschauen. Wir waren auch am Vorabend zum Sonnenuntergang hier, was auch sehr schön war, aber sehr voll. Daher fanden wir es in aller früh um einiges besser! Am Nachmittag ging es dann zum ersten Slot Canyon mit dem Touranbieter Horseshoe Bend Tours – eine exklusive Tour zum Secret Canyon, auf der man auch in aller Ruhe Fotos machen kann, sein Stativ mitbringen darf und in aller Gemütlichkeit den Canyon durchlaufen kann. Das war einfach nur super und kann ich wärmstens empfehlen, 90$ pP.
  • Tag 5: Lower und Upper Antelope Canyon und Weiterfahrt nach Monument Valley. Da die Slot Canyons einer der Gründe waren, weshalb ich unbedingt in die USA wollte, haben wir uns neben dem Secret Canyon auch noch die beiden Antelope Canyons angeschaut. Und es hat sich sowas von gelohnt! Beide sind unterschiedlich: der Lower ist farbenintensiver und viel enger, der Upper dagegen total hoch, kathedralenförmig, dafür aber auch dunkler. Beide sind faszinierend bzw. alle drei waren es. Ich kann auch nicht sagen, welcher am besten war, weil alle einzigartig waren. Aber wenn man sich nur für einen entscheidet, würde ich vermutlich dem Lower Antelope Canyon den Vorrang geben, weil er von den Farben und Formen doch am Spektakulärsten war. Ich bin aber auch froh, dass ich mich nicht entscheiden musste 🙂 Lower Antelope Canyon 566$ pP, Upper 60$ pP. Mehr zu den Slot Canyons und wie man diese fotografieren kann findest du hier. Abends Ankunft in Monument Valley und Spaziergang am Hotel zum View Trail, um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Hotel: Goulding’s Lodge, hier gibt es auch ein gutes Restaurant.
  • Tag 6: Monument Valley Tour über die Goulding’s Lodge (79$ pP) und Weiterfahrt nach Kanab. Man kann in das Monument Valley auch mit de Privatwagen, allerdings ist die Straße ein Schotterweg und wenn man kein Allrad bzw. höher gelegenes Auto hat, würde ich es definitiv nicht empfehlen. Wir wollten mit unserem Ford Escape nichts riskieren und haben uns daher für die Tour entschieden, die einen auch zu Orten bringt, an die man als Privatfahrer nicht kommt. Monument Valley war einfach nur toll und die Tour gut gemacht – wunderschön! Nach der Tour ging es weiter nach Kanab mit Zwischenstop beim Wahweap Outlook mit Ausblick auf den Lake Powell und Stop bei dem Toadstool Hoodoos Trail auf der Route 89. Der Trail ist mein Geheimtipp und wenn du hier vorbeikommst, lohnt sich die Wanderung von insg. rund 2 Stunden allemal! Hotel: Best Western Red Hills, Kanab. Restaurant: Peekabo, Kanab – vegetarisch und lecker, aber teuer.
  • Tag 7/8: Coral Pink Sand Dunes und Bryce Canyon. Auf dem Weg von Kanab zum Bryce Canyon haben wir noch spontan einen Stopp bei den Coral Pink Sand Dunes gemacht, 8$ pro Auto. Die Dünen sind zwar nicht pink, aber trotzdem schön und eignen sich ideal, um einfach etwas im Sand zu sitzen und zu relaxen. Weiter ging es dann zum Bryce Canyon, wo wir 2 Tage hatten. Anfang April lag hier tatsächlich Schnee und die Wanderwege in den Canyon rein waren gesperrt. Schade auf der einen Seite, toll auf der anderen – denn der Schnee sah auch toll aus. Wir sind eigentlich alle Punkte im Park abgefahren und besonders gut gefallen hat uns die Natural Bridge und der Rim Trail vom Inspiration Point zu Sunset/Sunrise Point. Übrigens ist vom Inspiration Point der Sonnenauf- und -untergang auch sehr schön. Wasserstationen gibt es beim Visitor Center und beim Sunset Point. Hotel: Best Western Ruby’s Inn, rund 5 Fahrminuten zum Parkeingang. Restaurant gibt’s im Hotel. Weiterfahrt zum Zion.
  • Tag 9/10: Zion Nationalpark. Es gibt einen kostenfreien Shuttlebus von Springdale zum Eingang und von dort aus dann einen Bus, der durch den Park fährt. Wir konnten im April auch frühmorgens zum Sonnenaufgang auch problemlos in den Park reinfahren und beim Museum parken. Wir waren 1,5 Tage im Zion und sind auch hier alle Punkte abgefahren. Besonders gut hat uns der Pa’rus Trail, Lower Emerald Pool, Weeping Rock, Riverside Trail un Court of the Patriarchs gefallen. Wandern waren wir natürlich auch und zwar den West Rim Trail. Hierüber kommt man auch zum bekannten Angel’s Landing, von dem ich persönlich aber abraten würde – es sei denn, man ist früh da, hat festes Schuhwerk, am besten Handschuhe für den Griff und keine Höhenangst. Viele unterschätzen den Trail, leider kam es auch schon zu Todesfällen. Fazit: When in doubt, don’t go up. Wir sind stattdessen einfach noch ein Stück weiter den West Trim Trail und hatten eine mega Aussicht auf den Park samt Angel’s Landing. Ich würde es immer wieder so machen. Das Wetter im Park ist sehr wechselhaft, zumindest war es das im April. Sonnenauf- und -untergang sind schön vom Pa’rus Trail aus. Hotel: Motel Zion Park. In der Nähe vom Motel gibt es einen Supermarkt, der leckere und ökologisch verpackte Snacks anbietet. Auf dem Weg zum Zion Park gibt es in Virgin eine Mini Western Stadt, was uns persönlich sehr gut als kleinen Zwischenstopp gefallen hat. Danach ging’s weiter Richtung Valley of Fire
  • Tag 11/12: Valley of Fire. Hier hatten wir auch 1,5 Tage, die wir ach voll ausgenutzt haben. Der Park hat vom Sonnenauf- bis -untergang geöffnet und kostet 10$ am Tag. Es lohnt sich, antizyklisch die Stopps zu planen, So waren wir bei der Fire Wave quasi alleine. Neben der Fire Wave fanden wir noch am besen die White Domes, den Fire Canyon, den Elephant Rock. Aber auch der Mouse’s Tank (ganz am Ende ist das Wasserbecken), Arch, Beehives, Atlatlt Rock, Seven Sisters und Petrified Log sind natürlich sehenwert – also eigentlich alles! Man sollte auf jeden Fall festes Schuhwerk, viel Wasser und Sonnenschutz mitbringen. Der Sonnenuntergang ist am schönsten von den beiden Entrance Bereichen aus zu beobachten. Im Park gibt es leider keine Wasserstationen. Hotel: Northshore In (15min vom Park), Restaurant: La Fonda, direkt ggü. vom Hotel. Danach ging’s weiter Richtung Death Valley.
  • Tag 13/14: Death Valley. Der Park ist riesig und man sollte sich daher gut überlegen, was man sehen möchte. Wir hatten gute 1,5 Tage, die wir aber auch voll aufgenutzt haben, d.h. vom Sonnenauf- bis -untergang. Wir waren beim Zabriski + kurze Wanderung, Dante’s View (am besten als erstes oder letztes), Artist’s Drive, Dünen, Devil’s Golf Course (alles must see) – Crater, Natural Bridge, Rainbow Canyon (wenn genügend Zeit). Man kan im Park tanken, deutlich am günstigsten war es bei Stovepipe Wells. Eine Wasserstation gibt’s beim Visitor Center. Hier lohnt es sich, kanisterweise abzufüllen, man wird viel Wasser brauchen. Es wird sehr heiß, wir sind teilweise mit Regenschirm rumgelaufen, was goldwert war. Sonnenuntergang war besonders schön vom Zabriski Point und in den Dünen. Hotel: Amagosa Opera Hotel, rund 20 Fahrminuten vom Zabriski Point. In dem Hotel kann man auch die Oper besichtigen, insg. ein abgefahrenes, aber schönes Hotel.
  • Tag 15/16: Morgens Death Valley und Red Rock Canyon. Nach der heißen Düre sin wir in den grünen Red Rock Canyon. Am Nachmittag sind wir einfach gemütlich den 13 mile Loop Scenic Drive abgefahren und haben kleine Stopps gemacht. Am nächsten Tag sind wir früh morgens den Pine Creek Trail gelaufen, der wunderschön war und dann über Cowboys Trail Rides noch geritten, 69$ pP. Der Reitausflug war gut organisiert und der Weg einfach toll. Im Park gibt es beim Visitor Center eine Wasserstation. Hotel: Suncoast Hotel & Casino, rund 15-20 Fahrminuten vom Red Rock Canyon.
  • Tag 17/18: Rückgabe des Autos und Las Vegas Strip. Es gibt in der Nähe der Rückgabestation Tankstellen, z.B. die Shell mit der Adresse
    “300 E Warm Springs Rd, Las Vegas, NV 89119”. Taxifahrt vom Airport zum Hotel Paris auf dem Strip rund 25$. Auf dem Strip haben wir eine Hotel-Tour gemacht, d.h. von Hotel zu Hotel gelaufen bis zum Fabulous Vegas Schild. Es war sehr weit zu Fuß und wirklich gelohnt hat es sich aus meiner Sicht auch nicht. Wenn dann besser mit dem Auto oder Bus. Abends waren wir bei der Elvis All Shook Up Show im V-Theater (über get yourguide gebucht, 36€ pP) , die super war. Auch die Achterbahn bei New York war ein Erlebnis (17$ pP).
  • Tag 18: Strip und Rückflug. Fahrt zum Airport über Uber (20$).

Sonstiges:

  • Für unsere Route hat sich der America The Beautiful Annual Pass von 80$ pro Auto sehr schnell rentiert. Man kann ihn einfach beim ersten Park kaufen. Auf unserer Route waren alle drin außer: Valley of Fire, Monument Valley und Coral Pink Sand Dunes.
  • Benzinkosten lagen durchschnittlich bei 3,1$/Gallon.
  • Leider gibt es in den meisten Hotels zum Frühstück nur Plastikbesteck und -geschirr. Wir hatten daher zum einen klappbares Besteck dabei und zum anderen unsere Dopper Flaschen mit integriertem Becher. So haben wir nicht ganz so viel sinnlosen Müll prodziert. Beides kann ich nur empfehlen – auch für den Langstreckenflug!
  • Es gibt in fast allen Parks Wasserstationen, daher einfach Trinkflaschen mitnehmen und versorgt sein. Wir hatten zudem noch ein paar Kanister Wasser stets dabei, die wir auch immer wieder abgefüllt haben. Auch so spart man einiges an Plastik.
  • In den Parks gibt es klare Regeln, was man darf und was nicht. Und Menschenverstand hilft ansonsten auch weiter. Besonders meine ich das Klettern auf die Fire Wave, den Elephant Rock oder die Arches (Valley of Fire und letzteres allg.), das Beschriften/Ritzen von/in Felsen oder auch das Laufen ab vom Weg bei Bad Water im Death Valley. Es schadet der Natur und durch die vielen kleinen Erosionen brechen insb. die Steinformationen wesentlich schneller als durch natürliche Vorgänge. Und nur Fotos halber der Natur schaden, muss doch wirklich nicht sein – einfach mal drüber nachdenken 🙂
  • Restaurants und Supermärkte sind verhältnismäßig teuer, worauf man sich einstellen sollte.
  • Zu unserer Reisezeit und bei unserer Route gab es extreme Wetterunterschiede, weshalb man für alles vorbereitet sein sollte.

Hier ein paar Eindrücke unserer Reise:

Grand Canyon
Horseshoe Bend
Monument Valley
Toadstool Hoodoos
Bryce Canyon
Zion Nationalpark
Fire Wave, Valley of Fire
Devil’s Golf Course, Death Valley
Las Vegas Strip

Warst du auch schon mal in dieser Ecke Amerikas? Was hat dir am besten gefallen?

Hinweis: Dieser Post enthält unbezahlte Werbung. Von den erwähnten Unternehmen, Hotels, Restaurants, Seiten, Touranbietern etc. wurden mir keinerlei Leistungen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

2 Comments Add yours

  1. Dorie says:

    Diesen Teil der Welt würde ich auch gerne mal sehen! Das sieht so beeindruckend aus!
    Liebe Grüße
    Dorie von thedorie.com

    1. Lavendelmomente says:

      Das war es auch – ist wirklich eine Reise wert 🙂

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